Dichtheit & Leckage
Unsere Normen

Einleitung

Verschiedene Richtlinien und Normen über die Dichtheit resp. Leckage von Lüftungskanälen wurden von SIA und Suissetec erstellt. Die Luftleckmessungen der Firma Schmidlin AG werden nach den Richtlinien von SN EN 1507:2006 ausgeführt und beurteilt. SN EN 1507:2006 wurde unter der Bezeichnung SIA 382.303 ins Schweizerische Normenwerk übernommen.
Andere Normen oder Richtlinien können vom Betreiber der Anlage erstellt oder verlangt werden.

Die Frage der zulässigen Leckluftmenge hat in den letzten Jahren insbesondere aus Energiespargründen aber auch in Bezug auf reinlufttechnische Anlagen an Wichtigkeit stark zugenommen. So ist die Gewährleistung dieser Anforderungen heute bereits in vielen Submissionen Bestandteil der technischen Vorschriften.

Eine Begrenzung der Leckluftmenge ist aus folgenden Gründen empfehlenswert oder notwendig:

  • Energieeinsparung
  • Vermeidung von nachträglichen Instandstellungsarbeiten (Abdichten im fertig installierten Lüftungskanal)
  • Vermeidung von Leckagegeräuschen (Pfeifen)
  • Vermeidung von Schmutzfahnen an Leckstellen
  • Bei speziellen Anlagen (reinlufttechnische Anlagen) Vermeidung von Geruchs-, Staub- oder Mikroorganismen-Übertragung

Um eine bestimmte Qualitätsstufe bzw. Luftleckrate zu erreichen, sind folgende Voraussetzungen zu erfüllen:

  • Entsprechendes System von Rahmen, Ecken, Versteifungen und Leitblecheinbauten der eingesetzten Installationskanäle
  • Fertigungskontrolle ab Produktionswerk
  • Entsprechend sorgfältige Behandlung des Installationsmaterials beim Transport zum Endabnehmer und bei der Montage
  • Zuverlässige und sorgfältige Ausführung der Montage von Verbindungen oder Aufhängungen

Aus diesen Kriterien ist zu schliessen, dass eine Leckluftmengenmessung am fertig installierten Luftverteilnetz erfolgen sollte, um die Qualität der installierten Materialien zu gewährleisten.

 

 

Prüfung / Ausführung

Der Bauherr oder Planer bestimmt die Art der Kontrolle der Installationen und deren Grundlagen. Es stehen je nach Anforderungen folgende Möglichkeiten zur Wahl:

  • Vorlage des Prüfattests über die Normausführung des Kanal-Herstellers
  • Prüfung eines Musterkanals von ca. 20 m² beim Kanal-Hersteller
  • Prüfung von Anlagekomponenten durch den Kanal-Hersteller (Prüfung von Stellklappen, Volumenstromregler oder Schalldämpfer erfordert Laborbedingungen)
  • Prüfung des fertig installierten Kanal-Abschnitts (Mindestfläche für eine gültige Aussage = 20 m²)
  • Prüfung des fertig installierten Kanal-Abschnitts von weniger als 20 m² Blechfläche (erhöhte Messungenauigkeit)
  • Prüfung der installierten Anlagekomponenten wie Schalldämpfer oder Stellklappen im fertig installierten Kanalnetz, wobei nur eine Aussage über den Gesamtluftleckverlust gemacht werden kann

Die Schmidlin AG führt Prüfungen am fertig installierten Luftverteilnetz oder an Musterstücken aus. Andere Prüfungen oder die Erstellung eines Prüfattests über die Herstellung der Anlageteile müssen beim Kanal-Hersteller angefordert werden.

 

 

Ausführung der Luftleckmessung

Alle Öffnungen am zu prüfenden Kanalabschnitt oder Musterkanal werden mit geeigneten Mitteln luftdicht verschlossen, um im Testabschnitt den geforderten Über- oder Unterdruck zu erzeugen. Dieser wird mit Hilfe einer Druckanzeige überwacht und konstant gehalten. Kann ein Prüfdruck aufgebaut und erhalten werden, wird mit Hilfe von einem Durchflussmessgerät die Luftleckmenge abgelesen. Da Silikon oder Klebebandabdichtungen dem Druck nachgeben könnten, sollte der Prüfdruck für die Messung eine bestimmte Zeit lang aufrecht erhalten werden, um eventuell durch den Überdruck entstehende Leckagen feststellen zu können.
Zur Druckerzeugung wird ein regelbares Gebläse verwendet, das über einen Schlauch am Kanalnetz angeschlossen wird. Mittels Differenzdruck-Manometer (Dwyer) wird der Prüfdruck überwacht und geregelt. Werden die erlaubten Toleranzen überschritten, können durch Rauchzugabe am Gebläse die Leckagestellen sichtbar gemacht werden. Sind die Leckagen ausfindig gemacht worden, kann durch Nachdichten eventuell eine Verbesserung erzielt werden, ansonsten drängt sich eine De- und Neumontage des Abschnitts auf. 
In der Praxis ist es oft nicht mehr möglich, eine schlechte Fabrikations- und Montagequalität mit nachträglichen Abdichtungsarbeiten dauerhaft zu sanieren.

 

 

Prüfvorschriften

Entsprechend SN EN 1507:2006 wird vom Bauherrn bzw. Planer die geforderte Dichtheitsklasse vorgeschrieben. Diese Vorschrift kann je nach Gebäude- oder Anlagenqualität unterschiedlich und den Verhältnissen angepasst sein:

  • Für Kanäle von qualitativ anspruchsvollen Anlagen (Kühlung/Befeuchtung etc.) wird in der Regel die Dichtheitsklasse C verlangt (tolerierte Leckagen siehe unten)
  • Für Spezialanlagen wie Reinräume in Pharma- oder Elektroindustrie, Sicherheitslabors usw. kann die Klasse Dª für besondere Anwendungen gefordert werden
  • Verschiedene Bauherren verlangen auch die 10 % von C Klasse für höchste Anforderungen
  • Für Abluftkanäle von Küchen, Garagen oder Schwimmbädern usw. können noch zusätzliche Forderungen dazukommen, um der erhöhten Beanspruchung gerecht zu werden (z. B. fettbeständige Dichtungen, spezielle Falzungen der Kanäle usw.)

Es wird empfohlen, den Prüfdruck einheitlich mit 400 Pa zu wählen. In Reinraumanlagen mit endständigen Filtern kann aber der Betriebsdruck höher sein, weshalb der Prüfdruck frei wählbar und den Betriebsverhältnissen angepasst werden soll. Der Prüfdruck sollte aber niemals so hoch sein, dass beim Luftlecktest die Leckagen durch Blechdehnung erst entstehen.

 

 

Beispiel für eine allgemeine Vorschrift über Luftleckverluste

Die Kanäle und Rohre haben der Dichtheitsklasse C zu genügen. Für Spezialanwendungen kann auch Klasse Dª oder 10 % von C vorgeschrieben werden.

Der zulässige Luftleckverlust beträgt bei einem Prüfdruck (Unter- oder Überdruck):

für Klasse A 1,326 Liter pro Sekunde und m² Kanaloberfläche
für Klasse B 0,442 Liter pro Sekunde und m² Kanaloberfläche
für Klasse C 0,147 Liter pro Sekunde und m² Kanaloberfläche
für Klasse Dª   0,049 Liter pro Sekunde und m² Kanaloberfläche
für Klasse 10 % von C  0,0147 Liter pro Sekunde und m² Kanaloberfläche

Es ist ein Prüfattest über die Normausführung des Kanallieferanten bzw. Herstellers vorzulegen.

  • Die Prüfung erfolgt beim Lieferanten an einem Musterkanal von ca. 20 m² Blechoberfläche mit mindestens 5 Kanalverbindungen, 1 T-Stück und 2 Bogen.
  • Die Prüfung erfolgt auf der Baustelle an einem vom Planer definierten, fertig montierten Kanalteil oder Kanalabschnitt von mindestens 20 m² Blechoberfläche, mindestens 5 Kanalverbindungen, 1 T-Stück und 2 Bogen.
  • Die Kosten für die Prüfungen werden dem Lieferanten vergütet, bei ungenügender Dichtheit entscheidet der Planer oder Bauherr über das weitere Vorgehen.

In der Regel wird in solchen Fällen wie folgt verfahren: Nachdichten durch den Kanallieferanten oder Installateur und nachfolgender Prüfung auf Kosten des Lieferanten oder Installateurs.

 

 

Tabelle der zulässigen Luftleckraten gemäss SN EN 1507:2006  

Leckagefaktoren f

Die Berechnung erfolgt gemäss SN EN 1507:2006 nach den Formeln:

Klasse A  fA        = 0,027 x Pa065 in l/s/m² ( x 103 x 3600 = m3/h/m²)
Klasse B  fB = 0,009 x Pa065 in l/s/m² ( x 3600 = m3/h/m²)
Klasse C  fC = 0,003 x Pa065 in l/s/m²  
Klasse Dª  fS = 0,001 x Pa065 in l/s/m²  
Klasse 10 % von C   f10% v. C.   = 0,0003 x Pa065 in l/s/m²    

 

 

Empfohlener Prüfdruck

Es wird empfohlen, den Prüfdruck einheitlich mit 400 Pa zu wählen, es sei denn, der Betriebsdruck übersteigt diesen Wert. Der bei 400 Pa auftretende Luftleckverlust pro m² Kanaloberfläche darf höchstens untenstehende Werte erreichen:

Klasse A 1,326 l/s/m2 oder 4,775 m3/h/m3
Klasse B 0,442 l/s/m2 oder 1,592 m3/h/m3
Klasse C 0,147 l/s/m2 oder 0,531 m3/h/m3
Klasse Da 0,049 l/s/m2 oder 0,177 m3/h/m3
Klasse 10 % von C 0,0147 l/s/m2 oder 0,0.531 m3/h/m3


 

Leckagefaktoren 

Druck in Pa

Leckagefaktor f in Liter pro Sek. und m²

Klasse A

Klasse B

Klasse C

Klasse Da

Klasse 10 % von C

10

0.121

0.040

0.013

0.004

0.0013

20

0.189

0.063

0.021

0.007

0.0021

30

0.246

0.082

0.027

0.009

0.0027

40

0.297

0.099

0.033

0.011

0.0033

50

0.343

0.114

0.038

0.013

0.0038

80

0.466

0.155

0.052

0.017

0.0052

100

0.539

0.180

0.060

0.020

0.0060

200

0.845

0.282

0.094

0.031

0.0094

300

1.100

0.367

0.122

0.041

0.0122

500

1.534

0.511

0.170

0.057

0.0170

800

2.081

0.694

0.231

0.077

0.0231

1000

2.406

0.802

0.267

0.089

0.0267

1500

3.132

1.044

0.348

0.116

0.0348

3000

4.915

1.638

0.546

0.182

0.0546

Die Werte in m3/h und m² sind um den Faktor 3,6 grösser als die Werte in l und m²

 

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